#So müssen Sozialschwache Menschen in Traunreut Leben# „Die Schande von Traunreut“: Das sagen Besitzer und Hausmeister Traunreut


Traunreut – Es kommt Bewegung in die Wohnungsmiserie um den St.-Georgs-Platz 10. Tragen Eigentümer und Hausmeister Schuld am Zustand des Wohnblocks? chiemgau24.de hat mit beiden gesprochen:

 

Nach dem Hinweis eines Users über den miserablen Zustand des Hauses am Traunreuter St.-Georgs-Platz machte chiemgau24.de sich selbst auf den Weg und sich dort ein Bild von der Lage. Nun haben wir den Besitzer, Helmut Laich (77) aus Stuttgart, und den Hausmeister, der jedoch nicht namentlich genannt werden möchte, zu den Zuständen befragt.

Laich:“Es ist traumatisch“

„Es ist traumatisch“, antwortete der Stuttgarter Hausbesitzer Helmut Laich auf die derzeitige Situation im Haus. So stehe er ständig in Kontakt mit der Polizei, da mehrere Bewohner durch ihr Verhalten negativ auffielen. Zwar seien es bei weitem nicht alle, aber „wenn 10 Prozent ‚unnormal‘ sind, sind die anderen die Leidtragenden„.
Laich betont, dass vielerlei Reparaturen, teilweise im fünfstelligen Bereich, durchgeführt wurden und weitere geplant seien. So sei vor nicht allzu langer Zeit erst eine Reparatur am Dach durchgeführt worden. Dennoch komme man ins Zweifeln, ob Reparaturarbeiten sinnvoll seien, wenn es vorprogrammiert sei, dass die durchgeführten Reparaturen bereits nach kurzer Zeit wieder „der blinden Zerstörungswut zum Opfer fallen“.

Was die „schwarzen Schafe“ betreffe, so bemühe sich Laich auch darum, in Zukunft keine Menschen mit zweifelhaftem Sozialverhalten aufzunehmen, um den anderen Hausbewohnern eine bessere Lebensqualität zu ermöglichen. Im gleichen Zug wolle er auch dafür sorgen, dass „Problem Bewohner“, die bereits eine Wohnung im Haus bewohnen, sich woanders eine Bleibe suchen müssten.

Galerie: „Die Schande von Traunreut“ St. Georgs Platz 10

Galerie: „Die Schande von Traunreut“ Brandenburgerstr. 14 Laich Wohnungen nach der Renovierung.

Erschütternde Beispiele von „Problem Bewohnern“

Zudem führte Laich im Gespräch mit chiemgau24.de einige Beispiele an, wie das Haus teilweise von den Bewohnern verunstaltet wurde:

  • Einmal habe ein „Spezialkommando mit Gasmasken“ anrücken müssen, weil ein Bewohner in seine Wohnung so oft gekotet hatte, dass der Kot 30 Zentimeter hoch in der Wohnung stand.
  • Glühbirnen in den Gängen würden oft gestohlen, das heißt im Klartext, dass Bewohner Glühbirnen entfernen würden und sich auch nicht darum scherten, wenn dabei ein Lampenschirm zu Bruch geht.
  • Wohnungen, die für ein bis zwei Personen konzipiert seien, würden nicht selten mit sieben oder acht Personen belegt – Freunde und Bekannte von Bewohnern, die die Wohnungen gern als Party-Location nutzten.
  • Einmal habe  man mit brachialer Gewalt eine Tür öffnen müssen, die ein Bewohner beschädigt hatte, um sich Zutritt zu einem anderen Schaden, ebenfalls vom Bewohner verursacht, zu verschaffen.

„Wir machen, was wir können“

Und trotz aller unschönen Ereignisse sei Laich bemüht, für einigermaßen gute Verhältnisse zu sorgen, zum Beispiel durch die Mülltrennung. Doch oftmals werde diese nicht genutzt, vielmehr missbraucht. Ebenso eine Verbesserrung stelle die Installation von Wasser- und Heizzählern dar, die dem immensen Verbrauch Einhalt geboten hat, da nun mehr keine Pauschale für Wasser- und Ölverbrauch fällig wird, sondern sich die Nebenkosten nach individuellem Verbrauch richten.

Trotz alledem seien weitere Reparaturen, am Haus geplant, so zum Beispiel ein Vollwärmeschutz, der den bröckelnden Putz beseitigen und ersetzen soll.Angesichts des Verhaltens einiger Bewohner sei man jedoch noch am Zweifeln, ob das wirklich Sinn ergebe.

Vermieter kein Geizhals

Auch teilte er mit, dass erkein „Geizhals“ sei – im Gegenteil: Fakt sei, dass er einiges von seinem Geld der zusammen mit seiner Frau gegründeten „Edda und Helmut Laich Stiftung“ zukommen lasse. Und schließlich besitze Laich nicht nur die Immobilie am St.-Georgs-Platz 10 mit seinen 94 Wohnungen- sind im schnitt 541.440,- € im Jahr bei einer Warmmiete von ca. 480 im Monat. In allen anderen Objekten, auch in Traunreut, sei das Verhältnis zu seinen Mietern „super“.

Was der Hausmeister dazu sagt

Auch mit dem Hausmeister des Objektes hat chiemgau24.de gesprochen. „Ich tue das, was ich gesagt bekomme“, antwortet der Mann auf die Frage, warum er an den Zuständen nichts ändern könne. „Wenn ich keinen Rasenmäher, sondern nur eine Schaufel habe, kann ich nicht viel machen!“ Halbjährlich kämen große Container (38 Kubikmeter Inhalt, zwölf Meter lang). Innerhalb kurzer Zeit würden diese voll gefüllt sein mit Sperrmüll aller Art – und wenn sie voll sind, würde der Müll einfach daneben abgelegt. 

Insgesamt seien laut seinen Eindrücken viele Bewohner Alkoholiker und Drogensüchtige, die nichts zu tun hätten. D a komme es schon mal vor, dass der eine oder andere „einfach so“ auf die Treppe uriniere.
Dass derartig viele Haushaltsgeräte auf den Gängen herumstehen oder gleich auf die Wiese geworfen werden, erkläre sich damit: Viele Bewohner gingen auf Schrottplätze und holten sich Haushaltsgeräte. Seien diese in gutem Zustand, würden diese ins Ausland verschickt oder verkauft, die schlechten würden auf beschriebene Weise „entsorgt“.

Obwohl die Beseitigung entstandener Schäden einer Sisyphusarbeit gleicht, versuche der Hausmeister dennoch, die auf den Fluren abgestellten Haushaltsgeräte schnellstmöglich woanders hin zu verfrachten.

Quelle: „Die Schande von Traunreut“: Das sagen Besitzer und Hausmeister | Traunreut

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