Tod durch Polizeischüsse – Stern TV | STERN.DE


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Warum musste André B. sterben?

  1. Oktober 2014, 22:15 Uhr

Als André B. vor der Polizei floh, schoss ein Beamter ihm aus nächster Nähe in den Nacken. Der 33-Jährige war sofort tot. Der Fall wirft viele Fragen auf – insbesondere, warum es ein Todesschuss war.

André B. wurde wegen eines Verdachts auf Drogenhandel gesucht. Auf der Flucht vor der Polizei wurde der 33-Jährige von einem Beamten im bayerischen Burghausen erschossen.© stern TV

André B. war ein Kleinkrimineller. Auf der Flucht vor der Polizei wurde er von einem Beamten erschossen. Der Schuss sei unabsichtlich tödlich, sondern auf die Beine gezielt gewesen, hieß es zunächst. Doch hatte die Polizei wirklich keine andere Wahl, als den wegen Drogenhandels gesuchten Mann mit der Pistole aufzuhalten? „Das war eine Hinrichtung. Warum haben sie so gehandelt?“, fragt sich Lilia B., die Mutter des Opfers noch immer. Angehörige und Freunde sind entsetzt, können nicht fassen, mit welcher Härte der Polizist handelte – und warum André B. sterben musste. Die Familie erstattete Anzeige gegen den Beamten, vertreten durch den Münchener Rechtsanwalt Steffen Ufer. Er erhebt schwere Vorwürfe gegenüber der Polizei: „Es muss geklärt werden, dass dieser Schuss absolut rechtswidrig, überflüssig und gefährlich war – und nicht wiederholbar sein darf.“

Es war der 25. Juli 2014, ein Freitagnachmittag, als sich André B. auf den Weg zu seiner Freundin Karolina S. machte. Sie wohnt in der Herderstraße in Burghausen, in dessen Hinterhof André B. von dem tödlichen Schuss getroffen wurde. Das Mehrfamilienhaus wurde seit Stunden von der Polizei observiert. Karolina S. hörte die Schüsse, die aus der Dienstwaffe eines Zivilfahnders abgegeben wurden: „Ich habe rausgeschaut, habe seine Schuhe gesehen – ich weiß gar nicht, wie schnell ich die Treppen runtergelaufen bin“, erzählt die Freundin des Opfers. „Ich bin zu ihm hin, habe mich zu ihm gesetzt, ich wollte ihn berühren, anfassen. Und dann schaust du einfach nur in diese Augen von dem Mann, der deinen Freund erschossen hat.“

Fall bisher ungeklärt

Was sich am 25. Juli im Hinterhof des Mehrfamilienhauses genau abgespielt hat, versuchen die bayrischen Ermittlungsbehörden seit über zwei Monaten aufzuklären. Bekannt ist: Gegen André B. bestand ein Haftbefehl wegen des mutmaßlichen Handels mit Marihuana. Die zwei Zivilfahnder wollten André B. an diesem Tag deswegen festnehmen. Als der 33-Jährige von den Beamten angesprochen wurde, ergriff er die Flucht. André B. war unbewaffnet, hatte die Polizisten nicht bedroht. Zunächst soll ein Warnschuss abgegeben worden sein. Dann feuerte einer der Zivilfahnder, aus etwa acht Metern Entfernung, einen weiteren Schuss direkt auf André B. ab. „Der Gedanke, hier schießen zu müssen, ist für mich völlig absurd, pervers, krank…“, sagt Anwalt Steffen Ufer.

stern TV liegt eine 500-seitige Akte über den Straftäter André B. vor. Er hatte in der Vergangenheit mit Marihuana gehandelt und dafür knapp fünf Jahre im Gefängnis gesessen. Vor mehr als einem Jahr war er entlassen worden. Bei einer Razzia im März 2014 fiel jedoch sein Name: André B. wurde durch Aussagen belastet. Bei einer Hausdurchsuchung im April 2014 fand die Polizei keine Drogen in seiner Wohnung, bis heute gibt es keine Beweise dafür, dass der 33-Jährige wieder gedealt hatte.

Schüsse gefährdeten auch Kinder

Beim Festnahmeversuch von André B. brachten die Zivilfahnder auch mehrere Unbeteiligte in größte Gefahr. Zum Tatzeitpunkt befanden sich in unmittelbarer Nähe im Hinterhof fünf spielende Kinder. Unter anderem der fünfjährige Sohn von Harald Batram, der sich später bei der Polizei beschwerte. Der Junge erinnert sich noch daran, wie die Männer aussahen, die André B. verfolgten: „Das war nicht die grüne Polizei. Die konnte ich nicht erkennen, denn das war eine Polizei ohne Marke. So normal angezogen, dass ich sie nicht erkannt hatte.“ Im Alltag spürt Harald Bertram noch immer, wie sehr die Erlebnisse seinen Sohn beschäftigen. Er habe Alpträume, komme nachts wieder zu den Eltern ins Bett. „Er hat einfach kein gutes Verhältnis mehr zur Polizei. Wenn die Polizei kommt, fragt er ‚Papa, schießen die?‘,“ so der Vater.

Eine Woche nach André B.s Tod versammelten sich rund 200 Menschen vor dem Rathaus von Burghausen. Es ging ihnen dabei nicht allein darum, dem jungen Mann zu gedenken, sondern still zu demonstrieren – ein Protest gegen Polizeigewalt.

Dringlichkeit der Überführung verständlich

Bei stern TV in der Sendung sprach Steffen Hallaschka mit dem Anwalt Steffen Ufer, sowie mit der Mutter Lilia B. und der Freundin des Opfers Karolina S. über die offenen Fragen im Fall André B. „Ich wünsche mir, dass der Polizist einfach seine gerechte Strafe bekommt. So, wie wir Bürger das auch bekommen würden, wenn wir jemanden erschossen hätten“, sagte Karolina S. „Wenigstens die Gerechtigkeit möchte ich.“ Steffen Ufer mutmaßte, dass die beiden Zivilfahnder, die am 25. Juli eigentlich bei einem anderen Einsatz hätten sein sollen, vom Wunsch nach Fahndungserfolg angetrieben wurden – und dann sei es „zu dieser makaberen Situation gekommen“, zumal davon auch Kinder betroffen waren, – „statt ihn ins Haus gehen zu lassen und ihn dort zu verhaften.“ Man dürfe Verbrecher – und gegen André B. habe ein Verbrechenstatbestand vorgelegen – zwar mit der Waffe festnehmen. Der Waffengebrauch sei aber nur erlaubt, wenn es überhaupt kein anderes Mittel gäbe. Die Fahnder müssten laut Gesetz zunächst versuchen, den Verdächtigen ohne Schusswaffe einzufangen, wie der Anwalt erklärte.

Der Zivilfahnder, der Andre B. erschoss, wurde vom Dienst suspendiert, da gegen den 35-Jährigen nun wegen fahrlässiger Tötung ermittelt wird. Die Staatsanwaltschaft Traunstein wollte die Anfragen von stern TV zum Stand der Ermittlungen nicht beantworten – und somit auch nicht die Frage, warum die beiden Polizeibeamten André B. unbedingt am Nachmittag des 25. Juli festnehmen wollten. Der Haftbefehl bestand seit Monaten.

Von Norbert Schulze

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