Bericht einer Arbeitsvermittlerin: Der Fehler liegt im System | Politik – Berliner Zeitung


Bericht einer Arbeitsvermittlerin: Der Fehler liegt im System | Politik – Berliner Zeitung.

Dieser Text erreichte die Berliner Zeitung als Leserbrief. Die Absenderin arbeitet als Vermittlerin bei einer Berliner Arbeitsagentur. Sie erklärt, welche absurden Richtlinien sie und ihre Kollegen daran hindern, das zu tun, wofür sie eigentlich da sind: Menschen in Arbeit zu bringen.

Der folgende Text erreichte die Redaktion der Berliner Zeitung als Leserbrief. Die Autorin schreibt, sie sei Vermittlerin bei einer Berliner Arbeitsagentur. Sie kommentiert die Berichte über manipulierte Vermittlungsstatistiken bei der Bundesagentur für Arbeit und erklärt, welche absurden internen Richtlinien sie und ihre Kollegen daran hindern, das zu tun, wofür sie eigentlich da sind: Menschen in Arbeit zu bringen. Name und Anschrift der Absenderin sind der Redaktion bekannt, werden aber auf ihren Wunsch nicht veröffentlicht.

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„Der Rechnungshof stellt fest, dass Vermittler der Arbeitsagentur Langzeitarbeitslose vernachlässigen und leichte Fälle bevorzugen. Der Fehler wird also gleich mit dem Verursacher genannt, die Gründe aber nicht hinterfragt. Dazu ist aus Sicht einer Vermittlerin zu sagen, dass der vom Rechnungshof richtig genannte Umstand mehrere Ursachen hat.

Zum einen sind viele Vermittler der Arbeitsagentur früher in ganz anderen Bereichen der öffentlichen Verwaltung tätig gewesen. Ihre Stellen wurden aber abgebaut und ihre Dezernate abgewickelt, und wir wurden zur Arbeitsagentur versetzt. Hier bekamen wir zwar Einweisungen und Schulungen, aber als Jobspezialisten wirklich fundiert ausgebildet wurden wir nicht.

Natürlich wissen wir, was Bäcker, Buchhalter oder Verkäufer zu tun haben. Wenn aber hochqualifizierte Spezialisten zu uns kommen, erzählen sie uns teilweise von Tätigkeiten, von denen wir nichts oder fast nichts wissen. Natürlich haben wir auch Nachschlagewerke, aber diese sind nicht immer aktuell und Berufsbezeichnungen und Berufsinhalte sind oft nicht deckungsgleich. In diesen Fällen ist es nahezu unmöglich, einem Arbeitssuchenden geeignete Empfehlungen zu geben. Unternehmen, mit denen wir dazu Kontakt aufnehmen, merken natürlich schnell unsere Unkenntnis und sind verständlicherweise nicht bereit, uns mit entsprechenden Informationen weiterzuhelfen.

MEHR DAZU

So kann es passieren, dass wir viel Zeit aufwenden müssen, um für arbeitslos gewordene Spezialisten geeignete Berufsangebote zu finden. Tun wir dies, so haben wir aber – vermittlungsstatistisch gesehen – nichts geleistet. Da wir für solche Bemühungen keine sogenannten Credits bekommen, sondern nur der Vermittlungserfolg statistisch zählt, sagen unsere Vorgesetzten: ,Es ist besser, in einer Woche drei oder fünf Arbeitssuchende für ein halbes Jahr in ein Callcenter zu vermitteln als nur einen Spezialisten aus der Arbeitswelt in der gleichen Zeit auf eine adäquate neue Position.‘ Einer meiner Vorgesetzten hat mir gesagt: ,Wenn der Arbeitssuchende wirklich gut ist, findet er auch alleine eine neue Position, andernfalls ist er überqualifiziert und sollte mit dem zufrieden sein, was wir ihm anbieten.‘

Man schlägt den Sack und meint den Esel

Der Fehler liegt also weniger bei den Vermittlern der Arbeitsagentur als im System. Natürlich ist es viel schwieriger, einen Spezialisten zu vermitteln. Man braucht viel Zeit, man braucht Kenntnisse für die Analyse des Wissens und der Erfahrungen des zu Vermittelnden – zum Beispiel, um Nachschulungen zu initiieren – und man braucht einen ständigen Kontakt in die Arbeitswelt, um die sich zum Teil rasant verändernden Stellen- und Arbeitsanforderungen frühzeitig kennen zu lernen.

Wenn ein frisch entlassener Arbeitssuchender zu mir kommt, nehme ich mir gern die Zeit, mir seine früheren Tätigkeiten detailliert schildern zu lassen. Aber dies sind subjektive Schilderungen einer Realität, die ich nicht überprüfen kann. Dazu bräuchte ich ein Feedback aus den Unternehmen. Diese stellen sich aber oft auf den Standpunkt: ,Von unseren aktuellen und künftigen Anforderungen verstehst du ohnehin nichts, also hilf uns lieber, einen Telefonisten oder eine Schreibkraft zu finden.‘

Können Sie nachvollziehen, wie falsch und ungerecht das Urteil des Bundesrechnungshofes aus meiner Perspektive ist? Politiker wie Herr Schröder und sein Freund Peter Hartz und nicht wir Vermittler haben ein System geschaffen, das Langzeitarbeitslose vernachlässigt und leichte Fälle eher vermittelbar macht. Weil Vermittlungsstatistiken sich gut in politischen Debatten verkaufen lassen, werden wir als Mitarbeiter der Agenturen dazu angehalten, uns systemkonform zu verhalten. Bis der Rechnungshof kommt und uns dafür tadelt. Wie lautet das Sprichwort? Man schlägt den Sack und meint den Esel.

Ich habe mein Leben lang versucht, meine Arbeit mit Verantwortungsbewusstsein und Freude zu verrichten. Dank den Politikern und meinen Vorgesetzten fällt mir dies aber schwer, seit ich zur Arbeitsagentur versetzt worden bin. Dies sollte man bedenken, wenn man auf uns unfähige Arbeitsvermittler schimpft.“

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Über norbertschulze1

An alle Jobcenter-Mitarbeiter, die sich hier rumtreiben: Meine Daten dürfen nicht verwendet werden! Ich gebe dafür keine Einverständniserklärung. Der Schutz der Privatsphäre ist im deutschen Grundgesetz aus dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht (Art. 2 Abs. 1 i. V. m. Art. 1 Abs. 1 GG) abgeleitet. Das besondere Persönlichkeitsrecht dient dem Schutz eines abgeschirmten Bereichs persönlicher Entfaltung. Dem Menschen soll dadurch ein spezifischer Bereich verbleiben, in dem er sich frei und ungezwungen verhalten kann, ohne befürchten zu müssen, dass Dritte von seinem Verhalten Kenntnis erlangen oder ihn sogar beobachten bzw. abhören können. Durch die Unverletzlichkeit der Wohnung (Art. 13 GG) und durch das Post- und Fernmeldegeheimnis (Art. 10 GG) wird der Schutzbereich konkretisiert. Die Ausnahmen hiervon (Abhören von Telefongesprächen und Wohnungen) werden als Lauschangriff bezeichnet und sind ebenfalls gesetzlich geregelt. da reicht der Platz nicht aus Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig. (Albert Einstein) Linkhaftung Mit Urteil vom 12. Mai 1998 - 312 O 85/98 - "Haftung für Links" entschied das Landgericht Hamburg, dass man durch Anbringung eines Links die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann - so das Landesgericht - nur dadurch verhindert werden dass man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert, was ich mit nachfolgender Erklärung ausdrücklich tue: Für alle Links gilt, dass ich keinen Einfluss auf die Gestaltung und Inhalte der verlinkten Seiten habe. Ich distanziere mich ausdrücklich von allen Inhalten dieser Seiten. Ferner weise ich darauf hin, dass ich keine Verantwortung für die Inhalte der Seiten trage. 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Artikel 2 Jeder hat Anspruch auf alle in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten, ohne irgendeinen Unterschied, etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Anschauung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen, Geburt oder sonstigem Stand. Des weiteren darf kein Unterschied gemacht werden auf Grund der politischen, rechtlichen oder internationalen Stellung des Landes oder Gebietes, dem eine Person angehört, gleichgültig ob dieses unabhängig ist, unter Treuhandschaft steht, keine Selbstregierung besitzt oder sonst in seiner Souveränität eingeschränkt ist. Artikel 3 Jeder hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person. Artikel 4 Niemand darf in Sklaverei oder Leibeigenschaft gehalten werden; Sklaverei und Sklavenhandel in allen ihren Formen sind verboten. Artikel 5 Niemand darf der Folter oder grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe unterworfen werden. Artikel 6 Jeder hat das Recht, überall als rechtsfähig anerkannt zu werden. Artikel 7 Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich und haben ohne Unterschied Anspruch auf gleichen Schutz durch das Gesetz. Alle haben Anspruch auf gleichen Schutz gegen jede Diskriminierung, die gegen diese Erklärung verstößt, und gegen jede Aufhetzung zu einer derartigen Diskriminierung. Artikel 8 Jeder hat Anspruch auf einen wirksamen Rechtsbehelf bei den zuständigen innerstaatlichen Gerichten gegen Handlungen, durch die seine ihm nach der Verfassung oder nach dem Gesetz zustehenden Grundrechte verletzt werden. Artikel 9 Niemand darf willkürlich festgenommen, in Haft gehalten oder des Landes verwiesen werden. Artikel 10 Jeder hat bei der Feststellung seiner Rechte und Pflichten sowie bei einer gegen ihn erhobenen strafrechtlichen Beschuldigung in voller Gleichheit Anspruch auf ein gerechtes und öffentliches Verfahren vor einem unabhängigen und unparteiischen Gericht. Das beste mittel, jeden Tag zu beginnen, ist: Beim erwachen daran zu Denken, ob man nicht wenigstens einem Menschen an diesem Tag eine Freude machen könnte. (Nietzsche) Die vier edlen Wahrheiten sind: Wahrheit vom Leiden: Das Leben im Daseinskreislauf ist letztlich leidvoll. Dies ist zu durchschauen. (Dukkha Sacca) Wahrheit von der Ursache des Leidens: Die Ursachen des Leidens sind Gier, Haß und Verblendung. Sie sind zu überwinden. (Samudaya Sacca) Wahrheit von der Aufhebung des Leidens: Erlöschen die Ursachen, erlischt das Leiden. Dies ist zu verwirklichen. (Nirodha Sacca) Wahrheit von dem Weg zur Aufhebung des Leidens: Zum Erlöschen des Leidens führt ein Weg, der Edle Achtfache Pfad. Er ist zu gehen. (Magga Sacca) » Haftungsausschluss für Gästebuch, Kommentare, Berichte, Mitteilungen auf der Homepage! 1. Inhalt des Online-Angebotes Der Autor übernimmt keinerlei Gewähr für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen. 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